Professionelle Zahnreinigung: Ablauf, Nutzen und Häufigkeit
Wie eine professionelle Zahnreinigung abläuft, wem sie nützt und in welchen Abständen sie sinnvoll ist – verständlich erklärt.
Sure Smile RedaktionVeröffentlicht 4 Min. Lesezeit
Zähneputzen, Zahnseide, regelmäßige Kontrolle beim Zahnarzt – viele Menschen tun bereits einiges für ihre Mundgesundheit. Trotzdem bleiben an manchen Stellen Beläge zurück, die man zu Hause kaum erreicht. Genau hier setzt die professionelle Zahnreinigung an. Was dabei passiert, welche Vorteile sie bringt und wie oft sie sinnvoll ist, erfahren Sie in diesem Beitrag.
Was ist eine professionelle Zahnreinigung?
Bei der professionellen Zahnreinigung, oft kurz PZR genannt, werden harte und weiche Beläge gründlich von allen Zahnflächen entfernt – auch aus den Zahnzwischenräumen und vom Zahnfleischrand. Durchgeführt wird sie in der Zahnarztpraxis, häufig von speziell ausgebildetem Fachpersonal wie einer Prophylaxeassistentin oder Dentalhygienikerin.
Wichtig ist der Unterschied zur einfachen Zahnsteinentfernung: Diese beschränkt sich meist auf sichtbaren, harten Zahnstein. Die professionelle Zahnreinigung geht deutlich weiter und umfasst neben der Reinigung auch Politur, Fluoridierung und eine individuelle Beratung zur Mundhygiene.
So läuft eine Zahnreinigung ab
Der genaue Ablauf kann sich je nach Praxis unterscheiden, folgt aber meist diesen Schritten:
- Befund und Beratung: Zu Beginn werden Zähne und Zahnfleisch angeschaut. Manchmal werden Beläge mit einer Färbelösung sichtbar gemacht, damit Sie sehen, wo beim Putzen noch Lücken bestehen.
- Entfernung von Zahnstein: Harte Ablagerungen werden mit Handinstrumenten und meist mit Ultraschallgeräten gelöst, vor allem am Zahnfleischrand und an schwer zugänglichen Stellen.
- Entfernung weicher Beläge und Verfärbungen: Mit einem Pulverstrahlgerät werden Biofilm und oberflächliche Verfärbungen, etwa durch Kaffee, Tee oder Rauchen, entfernt.
- Reinigung der Zahnzwischenräume: Mit Zahnseide oder kleinen Bürstchen werden die Zwischenräume gesäubert.
- Politur: Die Zahnoberflächen werden geglättet, damit sich neue Beläge schlechter anlagern können.
- Fluoridierung: Zum Abschluss wird häufig ein Fluoridlack oder -gel aufgetragen, um den Zahnschmelz zu stärken.
- Tipps für zu Hause: Sie erhalten Hinweise zur passenden Putztechnik und zu geeigneten Hilfsmitteln.
Je nach Ausgangslage dauert eine Sitzung in der Regel zwischen einer halben und einer ganzen Stunde.
Tut eine professionelle Zahnreinigung weh?
Für die meisten Patientinnen und Patienten ist die Behandlung gut auszuhalten. An empfindlichen Zahnhälsen oder bei entzündetem Zahnfleisch kann es unangenehm sein und auch etwas bluten. Sagen Sie dem Behandlungsteam ruhig Bescheid, wenn Sie empfindlich reagieren – dann kann die Behandlung angepasst oder die Stelle bei Bedarf betäubt werden. Leichte Empfindlichkeiten in den Tagen danach klingen normalerweise rasch ab.
Welchen Nutzen hat die Zahnreinigung?
Bakterielle Beläge sind die Hauptursache für Karies und Zahnfleischentzündungen. Wer sie regelmäßig gründlich entfernen lässt, unterstützt seine Mundgesundheit auf mehreren Ebenen:
- Vorbeugung von Zahnfleischentzündungen: Saubere Zahnfleischränder sind weniger anfällig für Entzündungen und Blutungen.
- Schutz vor Parodontitis: Unbehandelte Entzündungen können auf den Zahnhalteapparat übergreifen. Regelmäßige Reinigung hilft, dem entgegenzuwirken.
- Geringeres Kariesrisiko: Glatte, saubere Zahnflächen bieten Bakterien weniger Angriffsfläche.
- Frischerer Atem: Beläge sind eine häufige Ursache für Mundgeruch.
- Hellere Zähne: Oberflächliche Verfärbungen werden entfernt, die natürliche Zahnfarbe kommt wieder zum Vorschein. Eine Zahnaufhellung ersetzt die Reinigung allerdings nicht.
- Früherkennung: Bei der gründlichen Reinigung fallen Probleme wie beginnende Karies oder Zahnfleischtaschen oft früher auf.
Wie oft ist eine Zahnreinigung sinnvoll?
Eine pauschale Antwort gibt es nicht. Für viele Erwachsene mit gesundem Zahnfleisch wird eine professionelle Zahnreinigung ein- bis zweimal im Jahr empfohlen. Häufigere Termine können sinnvoll sein, zum Beispiel bei:
- Parodontitis oder einer Neigung zu Zahnfleischentzündungen,
- Zahnspangen oder festsitzendem Zahnersatz,
- Zahnimplantaten,
- Rauchen,
- Diabetes oder anderen Allgemeinerkrankungen, die das Zahnfleisch beeinflussen können,
- starker Neigung zu Zahnstein.
Ihr Zahnarzt oder Ihre Zahnärztin kann anhand Ihres persönlichen Risikos einschätzen, welcher Abstand für Sie passt. Ob und in welchem Umfang Ihre Krankenversicherung die Kosten übernimmt, ist unterschiedlich geregelt – fragen Sie am besten direkt nach.
Was Sie zu Hause tun können
Die professionelle Reinigung wirkt am besten in Kombination mit guter täglicher Pflege:
- Zweimal täglich gründlich mit fluoridhaltiger Zahnpasta putzen.
- Einmal täglich die Zahnzwischenräume mit Zahnseide oder Interdentalbürstchen reinigen.
- Zuckerhaltige Snacks und Getränke zwischen den Mahlzeiten reduzieren.
- Regelmäßig zur Kontrolle gehen, auch wenn keine Beschwerden bestehen.
Lassen Sie sich bei der Zahnreinigung ruhig zeigen, welche Hilfsmittel für Ihre Zähne geeignet sind. Die passende Größe der Interdentalbürstchen etwa ist sehr individuell, und schon kleine Änderungen der Putztechnik können viel bewirken. Wer zwischen zwei Terminen bemerkt, dass das Zahnfleisch häufiger blutet, empfindlicher wird oder sich zurückzieht, sollte nicht bis zur nächsten Reinigung warten, sondern zeitnah einen Termin in der Praxis vereinbaren.
Häufige Fragen
Sollte ich nach der Zahnreinigung etwas beachten?
Wenn Fluorid aufgetragen wurde, empfiehlt die Praxis oft, eine Weile nichts zu essen oder zu trinken. Stark färbende Lebensmittel wie Kaffee oder Rotwein meiden Sie am besten für den restlichen Tag.
Ist die Zahnreinigung bei Implantaten möglich?
Ja, und sie ist sogar besonders wichtig. Für Implantate werden spezielle Instrumente verwendet, die die Oberflächen nicht beschädigen.
Kann ich eine Zahnreinigung in der Schwangerschaft machen lassen?
In der Regel ja, da sich das Zahnfleisch in dieser Zeit leichter entzündet. Informieren Sie die Praxis aber unbedingt über die Schwangerschaft.
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Untersuchung durch Ihre Zahnärztin oder Ihren Zahnarzt.
